Freitag, Februar 01, 2008

Frauenunterdrückung?

Derik kennt gewiss andere Familien als ich, denn ich kenne zahlreiche Familien, in denen Frauen und Mädchen benachteiligt sind, aber es stellt sich mir nicht als spezifisches Problem von Muslimen dar, sondern findet sich auch in anders religiösen und vollkommen unreligiösen Kreisen.

Die Frauenbenachteilung/Unterdrückung hat zwar in allen Kreisen einige Ursachen in Traditionen, aber auch in mangelnder Bildung, weniger intellektuellem Umfeld, oft auch Verwahrlosung, in der das Recht des Stärkeren zum Vorschein tritt.

Wie also ändern? Ich mache es so, dass wenn ich beispielsweise in arabischen Familien erlebe, dass sich mit mir nur Männer hinsetzen, während die Frauen für den Tee-Transport zuständig sind und in der Küche auf Bestellungen warten, dann überlege ich mir rasch einige Fragen, die mir nur diese Frauen beantworten können, also nach Job- oder schulischen Erfahrungen; ruhig auch nach dem Kopftuch und der Freiwilligkeit. Allein der Ton macht die Musik. Und ich komme als GAST, nicht als "Richter".

Noch nie habe ich erlebt, dass dann die Frauen vom Gespräch ausgeschlossen blieben - und sei es nur aus Höflichkeit mir gegenüber. Desgleichen mache ich mit deutschen Eheleuten, wenn die Frauen zu wenig zu Wort kommen. Alles überhaupt kein Problem, wenngleich es die Probleme längst nicht löst, aber einen Beitrag dazu kann jeder leisten.

Und ein Phänomen sollte auch niemand übersehen: Die fehlende Gleichberechtigung schließt so wenig den liebevollen Umgang miteinander aus, wie die vollkommene Gleichberechtigung ein Garant für den liebevollen Umgang wäre, so dass ich auch in sehr konservativen Familien Liebe antraf, um die sie nur zu beneiden waren. So drängt sich nicht selten die Frage auf, was für die Menschen den höheren Stellenwert beansprucht: Die Gleichberechtigung oder die Liebe. Aber klar, denn optimal wäre beides.

-msr-