Dienstag, Oktober 03, 2006

Deutschland: Tag der offenen Moschee 2006

Köln (Deutschland), 03.10.2006 – Zum zehnten Mal findet heute in Deutschland der „Tag der offenen Moschee“ (TOM) statt. Im ganzen Land öffnen über 1.000 Moscheen verschiedener Verbände (DITIB, Islamrat, VIKZ, ZMD) ihre Tore für über 100.000 Besucher. Der Aktionstag wurde 1997 ins Leben gerufen. „Dieser Tag alleine reicht nicht aus, um mit unseren Nachbarn und Interessierten in Kontakt zu treten. Doch diese Aktion trägt dazu bei, dass Muslime ein Zeichen der Solidarität zu ihrer deutschen Gesellschaft setzen und auch gemeinsam bundesweit für Offenheit und Friedfertigkeit werben“, heißt es in der Pressemitteilung des Zentralrats der Muslime in Deutschland. +wikipedia+

Sonntag, August 21, 2005

Ridvan Cakir an den Papst

Grußwort von Ridvan Cakir
Der Präsident der Türkisch-Islamischen Union bei der Audienz von Papst Benedikt XVI., Köln, 20. August 2005

Ich begrüße Sie, eure Heiligkeit, im Namen der Delegation und bedanke mich für die Möglichkeit, dieses Zusammentreffen zu realisieren.
Ziel der abrahamitischen Religionen ist das versöhnliche freundschaftliche Zusammenleben der Menschen.
Die Erinnerung an die Feindseligkeiten und Kriege empfindet heute die ganze Menschheit schmerzhaft. Um solch ein Leid nicht wieder zu erleben, haben wir, die Angehörigen der abrahamitischen Religionen, insbesondere Christen und Muslime, wichtige Verpflichtungen zu erfüllen.
Im Kommunikationszeitalter haben Nähe und Ferne an Bedeutung verloren. Alle Menschen wurden zu engen Nachbarn. Dies stärkt die Bedeutung, dass die Menschen einander kennen lernen und Freundschaften schließen. Im gnadenreichen Koran heißt es: „Wir haben euch zu Völkern und Stämmen gemacht, damit ihr einander kennen lernt.“ Je mehr die Menschen einander kennen lernen und übereinander Bescheid wissen, desto intensiver können die Freundschaften werden.
Jede Religion und deren Angehörige haben eigene Sensibilitäten. Wir sind verpflichtet diese zu respektieren. Nach dem gnadenreichen Koran darf niemand wegen seiner Religionszugehörigkeit verachtet und gezwungen werden, seinen Glauben aufzugeben. Der Koran sagt: „Ihr habt eure Religion, ich habe meine Religion.“
Wir sind der Überzeugung, dass der interreligiöse und interkulturelle Dialog für eine friedliche Welt von außerordentlicher Bedeutung ist. Die Fortsetzung des dialogischen Miteinanders wird ein Beweis dafür sein, dass die These „Kampf der Kulturen“ ungültig ist. Je mehr die Religion- und Kulturgemeinschaften voneinander erfahren, werden sie sehen, dass es keine Gründe für Feindseligkeiten gibt, aber viele Gründe für Freundschaft und freundschaftliches Zusammenleben. Aufgrund der Erfahrungen wie verschiedene Religionen und Kulturen miteinander in Freundschaft leben können, ist die Türkei ein bemerkenswertes Beispiel. Auch der Beitrittsprozess der Türkei in die EU ist eine wichtige Gelegenheit, den man in diesem Rahmen bewerten sollte.
Wir unterstützen von ganzem Herzen den Dialogprozess, das vom Vatikan begonnen und weitergeführt wurde. Möge Gott uns ermöglichen, dies auch weiterhin fortzusetzen. Wir sind uns bewusst, dass dieser Prozess der Freundschaft und dem Weltfrieden und der Menschheit wichtige Beiträge leisten wird. Ich möchte mich nochmals bedanken dass Sie sich für dieses Treffen Zeit genommen haben. Gottes Segen möge Sie begleiten.

Donnerstag, März 25, 2004

Nadeem Elyas zur Terrorbekämpfung

Zentralrat der Muslime in Deutschland e.V.
Mittwoch, 24.03.2004

Wie der Terror in Zukunft bekämpft werden kann - Gespräch mit Nadeem Elyas

Anlässlich der heutigen Trauerfeier für die Opfer und Hinterbliebenen der Terroranschläge von Madrid hat der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Nadeem Elyas, abermals den sogenannten islamistischen Terror ausdrücklich verurteilt. Solche Terroristen verfolgen selbst definierte Ziele, „die mit dem Islam nicht das Geringste zu tun haben." so Elyas in einem längerem Gespräch mit islam.de am heutigen Tag.

Dabei machte der Zentralratsvorsitzende klar, dass religiöse Rechtfertigungen und Slogans, die diese abscheuliche Tat in irgend einer Weise islamisch begründen sollen ein klarer Mißbrauch der Religion sind: „Davor ist weder der Islam, noch das Christentum, noch die Demokratie gefeit.“

Die sogenannten muslimischen Attentäter bedrohten immer mehr auch die Muslime selbst. Dies ist deutlich geworden durch die Anschläge in Casablanca, Riad oder Istanbul.

Zudem legt die jetzige Debatte den Verdacht nahe , „als wollen einige diese Tat um jeden Preis in die Nähe der islamischen Lehre sehen“. „Dies ist auch das Ziel der Terroristen, die die Muslime somit in Geiselhaft nehmen wollen“ „Wir dürfen ihnen nicht in die Hände spielen“ appelliert Elyas eindringlich auch in Richtung der Sicherheitsorgane.

„Vor der großen Mehrheit der Muslime brauche sich die deutsche Gesellschaft nicht zu fürchten“. Insbesondere Frauen mit Kopftuch oder Männer mit islamischer Tracht sind - seit den Anschlägen von Madrid in Deutschland - zunehmend Anfeindungen ausgesetzt. "Wir erleben täglich mehr verbale Angriffe; häßliche Zwischenfälle und Beleidigungen nehmen zu“

Droht die Stimmung zu kippen?

Den Vorschlag einer Videoüberwachung von Moscheen wies Elyas zurück. Viele Muslime fühlten sich durch solche Vorschläge pauschal verurteilt.

Vielmehr sollten Moscheen geschützt werden; sie waren ja in der letzten Zeit auch Ziel von Anschlägen.

Die bisherigen Durchsuchungen islamischer Einrichtungen hätten nicht zu Ergebnissen geführt, betonte er. Die Extremisten seien nicht in den Moscheen zu finden.

Elyas forderte, endlich die Muslime in Deutschland zukünftig als Partner im Kampf gegen den Terrorismus anzusehen. „Die Forderungen an die Muslime, sich vom Terror zu distanzieren, ist berechtigt. Sie darf aber nicht den Eindruck entstehen lassen, dies wäre bis jetzt nicht erfolgt." Elyas sieht aber auch das Problem einer zunehmenden Abschottung der Muslime und fordert die Muslime auf, sich stattdessen in das Alltagsleben sozial und politisch einzubringen - "auf allen Ebenen, angefangen bei der Kommunalpolitik", sagt er.

Zugleich appelliert er dringend an Bund und Länder, mit den muslimischen Dachorganisationen verstärkt zusammenzuarbeiten und eine Integrationspolitik zu entwickeln, die konzeptionell den Besonderheiten der Muslime Rechnung trägt und sie gleichzeitig in die Pflicht nimmt.
Die auf Seiten vieler Muslime vorhandene Bereitschaft zum Dialog und zur Öffnung „sollte in Zukunft besser in Anspruch genommen werden“ fährt der Vorsitzende fort.

Auf die Frage warum auf der offiziellen Trauerfeier in der Almudena- Kathedrale nach katholischem Ritus die Trauerfeier abgehalten wurde und nicht auch muslimische Riten zugelassen wurden, da ja auch Muslime unter den Opfer sind, entgegnete Elyas: „Da sie ohnehin nach islamischem Ritus später beerdigt werden, sei das nicht dringend erforderlich, auch ihnen gilt ja das Mitgefühl aller Anwesenden“

Eindringlich erinnerte der Zentralratsvorsitzende in diesem Zusammenhang auch an die Worte, die man nach dem 11. September gebraucht habe: „Der Terror kann nur vereint erfolgreich bekämpft werden, und zwar durch Bekämpfung seiner Entstehungsgründe“ Dazu zählt auch der Kampf gegen den Hunger, Ungerechtigkeit, kulturelle Bevormundung und politische Ungerechtigkeit.

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Kommentar: Nadeem Elyas wurde 1999 gemeinsam mit Ignaz Bubis mit unserem www.Friedenspreis.de geehrt.

-msr-

Dienstag, März 02, 2004

projekt-info

Mit http://muslime.blogspot.com wollen wir unseren http://www.diskussionen.de/ im Kontext von http://www.weltreligionen.de/ ein kleines Journal an die Seite stellen.

Projektbetreiber ist die www.Initiative-Dialog.de

Wir kümmern uns insbesondere um den DIALOG zwischen den Religionen, während wir für die glaubensinterne Diskussion die Foren der Glaubensgemeinschaften empfehlen.

Spezielle Beobachtungsprojekte:
http://antiislamismus.blogspot.com
http://kopftuch.blogspt.com

Grüße von Sven